Getrübter Urlaub: Reisebeschwerden 2011

Vielen ist der Urlaub, eigentlich die schönste Zeit im Jahr, leider nicht in guter Erinnerung. Die AK hat die ersten Reisebeschwerden von 202 Konsumenten analysiert.

Die Ärgernisse 2011

Die Unterbringung, etwa abgewohnte oder überbuchte Hotels, verspätete oder abgesagte Flüge, Probleme bei der Rechtsdurchsetzung, insbesondere gegenüber Fluglinien und Reiseunternehmen, die mit Gratis- oder Gewinn-Reisen werben. „Heuer haben wir in etwa gleich viele Anfragen wie im Vorjahr, da waren es 210“, resümiert AK Konsumentenschützerin Jutta Repl. „Das verstärkte Buchen übers Internet und viele grenz-überschreitende Buchungen bringen mitunter zusätzliche Probleme mit sich.“

Das waren die Anfragen

128 Anfragen betrafen Pauschalreisen, 53 reine Flugbuchungen, 13 Ferienunterkünfte und reine Hotelbuchungen, acht andere touristische Leistungen. Bei den Anfragen ging es meist um die Urlaubsländer Türkei, Italien, Deutschland, Spanien und Ägypten.

Wanzen statt Sauna

Gut jede zweite Anfrage oder Beschwerde betraf heuer Reisemängel bei der Unterkunft und Beförderung: So ärgerte sich fast jeder dritte Urlauber (69) über die Unterbringung im Hotel (2010: 55): schmutzig, abgewohnt, schlecht geputzt. In einigen Fällen sorgten sogar Wanzen in den Zimmern für großen Unmut. Aber auch Überbuchungen, Flug-, Bau- oder Straßenlärm, eintöniges Essen, eine fehlende zugesagte Hotelausstattung, zum Beispiel Schwimmbad oder Sauna regten die Urlauber auf.

Probleme bei den Flügen

Jeder Fünfte (50) beanstandete Mängel bei der Beförderung, etwa einen verspäteten oder abgesagten Flug, geänderte Flugzeiten oder verloren gegangenes Reisegepäck (2010: 37). Zusätzlich beschäftigte die Reisenden bei Flugbeschwerden häufig auch die mühsame Rechtsdurchsetzung

Ihr Recht bei Stornos

Stornos waren für 16 Prozent (35) ein Thema (2010: 40). Neben Fragen über die Höhe der Stornogebühren oder ungünstige Stornokonditionen bei Fluglinien wollten Konsumenten auch wissen, wie es um ihre Rechte bestellt ist, wenn ihnen online Buchungsfehler unterlaufen sind.

Mehr Beschwerden bei „Gratisreisen“

Angestiegen sind Anfragen und Beschwerden zu Reise-Unternehmen, die vorwiegend mit Gratis-Reisen oder ermäßigten Reisen als Gewinn, Treueangebot oder eine Art Mengenrabatt warben. So wurde beispielsweise nach Vertragsabschluss auf einer Werbeveranstaltung der Rücktritt nicht anerkannt. Ansprüche auf Preisminderung oder Rückzahlung des Reispreises verhallten oft im Leeren. Es ist oft ein zäher Weg, bis Konsumenten zu ihren Rechten kommen.

Mehr Buchungen bei ausländischen Anbietern

Der Anteil an grenzüberschreitenden Buchungen ist hoch. Jede dritte Beratung erfolgte zu ausländischen Reiseunternehmen oder Fluglinien.

202 Anfragen analysiert

Die AK analysierte die ersten Anfragen und Beschwerden von 202 Konsumenten in der Haupturlaubszeit. Sie ließen sich beim VKI von Mitte Juni bis Mitte Juli beraten.

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