Kostenfalle Internet
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Grundsätzlich fallen beim Surfen Kosten für die Verbindung zum Provider und für die Dienstleistung des Providers (Verschaffung des Internetzuganges) an.
Die Kosten für den Internetzugang fallen je nach Provider und abgeschlossenem Vertrag in Form von
- monatlichen Grundentgelten zuzüglich Verbindungskosten
- monatlichen Pauschalen ohne Verbindungskosten (Flatrate)
- Verbindungskosten ohne monatliches Grundentgelt
an.
Im Internet surfen kann aber auch - wenn nicht aufgepasst wird - sehr schnell zu einer Kostenfalle werden. Vor allem ungewolltes Daten-Roaming, gegen missbräuclihce Zugriffe nicht adäquat geschützte Internetanschlüsse und schlecht konfigurierte Hardware können die Internetrechnung in die Höhe schnellen lassen.
Dialer
Über Internetseiten können sich Verbindungen zu kostenintensiven Mehrwert- oder Auslandsrufnummern aufbauen. Dieser Kostenfalle sehen sich vor allem Internetnutzer, die sich über ein analoges (Telefonmodem) oder über ein ISDN-Modem einwählen, ausgesetzt.
Unabsichtlich Dialer installiert - was nun?
Beim Download einer solchen Software wird automatisch die bisherige Standard- Onlineverbindung unterbrochen und eine neue Verbindung zu einer kostspieligen Rufnummer aufgebaut. In der Folge gibt es zwei Varianten mit unterschiedlichen Kostenfolgen.
Entweder kann der angewählte Server nur auf bestimmte Seiteninhalte (die Sie gerade geöffnet haben) zugreifen. Im ungünstigsten Fall bindet das Programm Sie aber an das gesamte Internet an.
Das bedeutet: Auch wenn Sie die Internetseite, auf der der ungewollte Programm-Download passiert ist, verlassen haben und zu anderen Inhalten wechseln, so bleibt die hoch tarifierte Internet-Verbindung trotzdem weiterhin aufrecht. Um besonders hartnäckige Programme zu deinstallieren, werden Sie unter Umständen professionelle Hilfe benötigen.
Deshalb müssen die Telekom-Netzanbieter sicher stellen, dass niemand unabsichtlich in Dialer tappt: der für Dialer-Services neu geschaffene Rufnummernbereich 939 ist vorsorglich zu sperren und nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch frei zu schalten.
Seitdem Dialerprogramme den Rufnummernbereich 939 nutzen müssen, greifen unseriöse Anbieter zu folgendem Trick: Sie verbinden den Seitenbenutzer nicht mehr mit einer Mehrwertnummer, sondern einer hochtarifierten geografischen Auslandszone (z.B. pazifische Inseln).
So schützen Sie sich vor Dialerprogrammen
Betroffen sind „nur“ Telefonmodem – bzw. ISDN-Nutzer. Kabelanschlussinhaber (etwa Chello oder ADSL-Anbindungen) sind dieser Gefahr nicht ausgesetzt.
Die sinnvollste Abwehrmaßnahme ist, eine Tarifzonensperre von inländischen Mehrwertnummern und entfernten Auslandszonen bei Ihrer Telefongesellschaft zu beantragen. Außerdem kann Schutzsoftware installiert werden, die Dialerprogramme identifiziert und Sie davor warnt.
Besonders anfällig sind Inhalte in der Programmiersprache Java Script: Auf derartigen Seiten sollte nicht unachtsam gesurft werden. Das Problem scheint sich (zumindest im Augenblick) auch auf Erotikdienste zu beschränken. Manche Modems lassen sich außerdem so konfigurieren, dass auf eine Änderung des Verbindungsaufbaus durch optische oder akustische Signale hingewiesen wird.
Die RTR-Schlichtungsstelle hilft
Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie unbemerkt in eine Dialerfalle geraten sind, so beeinspruchen Sie den durch die Dialernutzung entstandenen Betrag Ihrer Telefonabrechnung.
Voraussetzung ist, dass der Dialer sich unbemerkt installiert hat. Der Anbieter hat bspw. unterlassen, Sie durch deutliche Hinweise darauf aufmerksam zu machen, dass Ihre Standardverbindung unterbrochen wird und sich eine neue Verbindung zu einer Mehrwertnummer oder Auslandsrufnummer aufbaut. Fehlen eindeutige Angaben über die Kosten der neuen Verbindung so ist es ebenfalls sinnvoll, die Telefonabrechnung bei Ihrem Telekomanbieter zu beeinspruchen. Außerdem müssen Verbindungen zu Mehrwertdiensten, die weniger als € 2,20 pro Minute kosten nach 60 Minuten getrennt werden, teuere bereits nach 30 Minuten.
Die RTR-Schlichtungsstelle prüft Beschwerdefälle, bei denen der Verdacht besteht, dass ein Dialer entgegen den Regeln der Mehrwertdienste-Verordnung zum Einsatz gekommen ist.
Automatischer Verbindungaufbau zur falschen Zeit
Bei manchen Programmen baut sich sofort mit Programmstart automatisch eine Internetverbindung auf. In vielen Fällen eine praktische Sache, manchmal jedoch auch unnötig kostspielig.
Denn nicht nur beim Senden oder Empfangen einer E-Mail sind Sie online, sondern auch, wenn es gerade nicht erforderlich ist. Wie etwa beim Schreiben oder Lesen einer E-Mail. Ein von Ihnen aktivierter Verbindungsaufbau hilft Kosten sparen.
Nicht alle Programme trennen bestehende Verbindungen zuverlässig. Um unbeabsichtigte Langzeitverbindungen auszuschließen, behalten Sie das (blinkende) Verbindungssymbol Ihres Betriebssystems im Auge oder stecken Sie allenfalls das Modem ab.
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