Lebensversicherung: Was kann sie, was kostet sie?
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Lebensversicherungen gehören zu den beliebten Veranlagungsformen in Österreich. Sie werden als Pensionsvorsorge, als finanzielle Absicherung für Hinterbliebene im Ablebensfall oder auch als Tilgungsträger und Besicherung für Kredite genutzt. Damit aber am Ende der meist sehr langen Laufzeit nicht Enttäuschung über den Ertrag folgt, sollte man schon beim Vertragsabschluss mehr Zeit und Mühe auf der Suche nach dem richtigen Produkt investieren.
- Welche Arten von Lebensversicherungen gibt es? Worin unterscheiden sie sich?
- Wie sicher ist diese Art der Veranlagung?
- Worauf sollte man beim Abschluss einer Lebensversicherung besonders achten?
- Was sind die Vor- und Nachteile der Lebensversicherung? Was ist, wenn ich plötzlich das Geld brauche?
Welche Arten von Lebensversicherungen gibt es? Worin unterscheiden sie sich?
Bei einer reinen Ablebensversicherung wird beim Tod des Versicherungsnehmers die Versicherungssumme an die begünstigte Person ausgezahlt. Die einbezahlte Prämie wird nicht angespart, sie dient ausschließlich zur Deckung des Versicherungsrisikos. Häufig wird eine solche Risikoversicherung als Kreditrestschuldversicherung abgeschlossen. Begünstigter ist dann der Kreditgeber, also die Bank.
Bei der Erlebensversicherung werden im Falle des Ablebens des Versicherungsnehmers nur die während der Ansparzeit einbezahlten Prämien plus eine Gewinnbeteiligung ausbezahlt. Sie eignet sich besonders für die Kapitalbildung, da wirklich der Großteil der Beiträge zum Ansparen verwendet wird.
Die Er- und Ablebensversicherung beinhaltet zusätzlich eine Risikoversicherung, im Falle des Ablebens erhält der Begünstigte die gesamte Versicherungssumme plus Gewinnbeteiligung. Dafür beinhalten die Beiträge des Versicherten auch Risikoprämien für das Ableben, die natürlich nicht wieder ausbezahlt werden.
Wie sicher ist diese Art der Veranlagung?
Auch in dieser Hinsicht wird die Lebensversicherung in verschiedenen Ausformungen angeboten.
Die größten Gewinnchancen werden bei fondsgebundenen Lebensversicherungen versprochen. Allerdings ist die Wertentwicklung nicht vorhersehbar, weshalb hier nur geringe Mindest-Auszahlungsbeträge garantiert werden. Wer sich für ein solches Produkt entscheidet, muss wissen, dass er damit am Aktienmarkt mitzockt. Gerade in letzter Zeit mussten Konsumenten bei solchen Produkten empfindliche Verluste hinnehmen. Daher ist eine fondsgebundene Lebensversicherung nicht geeignet, wenn man für die Pension ein sicheres Zusatzeinkommen ansparen will. Wegen des geringeren Ablebensschutzes ist sie auch nicht zur Absicherung von Hinterbliebenen zu empfehlen.
Mehr Sicherheit bieten Garantieprodukte. Im Normalfall wird ja schon zu Beginn eine Versicherungssumme vereinbart, die ja dann am Vertragsende zusammen mit der erworbenen Gewinnbeteiligung ausbezahlt wird. Diese Gewinnbeteiligung ist allerdings unverbindlich.
Worauf sollte man beim Abschluss einer Lebensversicherung besonders achten?
Besonders wichtig ist die Überprüfung, ob das Produkt tatsächlich den Bedürfnissen entspricht. Geht es um die Absicherung von Hinterbliebenen, so ist eine reine Risikoversicherung, die nur den Todesfall abdeckt, sinnvoller. Will man für später etwas ansparen, so ist man wohl mit einer reinen Erlebensversicherung gut bedient. Bevor man sich für eine Er- und Ablebensversicherung entscheidet, sollte man sich fragen, ob man wirklich Hinterbliebene hat, die man absichern will. Erst wenn am Ende der Laufzeit die Auszahlung nicht den Erwartungen entspricht, erkennen viele, dass Sie während der gesamten Zeit eine Risikoprämie für das Ableben bezahlt haben. Dieser Umstand wird bei den Beratungen meist nicht genügend hervorgehoben.
zum SeitenanfangWas sind die Vor- und Nachteile der Lebensversicherung? Was ist, wenn ich plötzlich das Geld brauche?
Die Lebensversicherung wird steuerlich bevorzugt. Erträge sind von der Kapitalertragsteuer und von der Einkommensteuer befreit. Lässt man sich die Lebensversicherung als Rente auszahlen, so sind die Prämienzahlungen sogar begrenzt absetzbar.
Allerdings sind die Nebenkosten nicht unbeträchtlich. Prämienanteile für den Ablebensschutz, die Verwaltungskosten des Versicherers und unter Umständen die Vermittlungsprovision des Verkäufers können zusammen mit der langen Kapitalbindung einen beträchtlichen Nachteil darstellen. Deshalb ist eine vorzeitige Kündigung meist mit sehr großen Verlusten verbunden. Der Rückkaufswert – die Summe, die bei vorzeitiger Kündigung ausbezahlt wird - ist vor allem in der frühen Phase der Laufzeit sogar weit unter dem bereits Einbezahlten angesiedelt. Daher lohnt es sich, einen Blick auf die Rückkaufswertetabelle des Lebensversicherungsvertrags zu werfen.
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