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Die Frisör-Preise sind ein viel diskutiertes Thema – vor allem in Frauenrunden. Für „Waschen, Schneiden, Föhnen, Färben“ zahlt man rasch 80 bis 100 Euro. Oft kommen da noch die Kosten für Stylingprodukte dazu. Doch nicht nur die Höhe der Preise wird kritisiert, sondern auch, dass Frauen für exakt die gleiche Leistung mitunter deutlich mehr bezahlen müssen als Männer. Sind das bloß Einzelfälle oder steckt mehr dahinter?
Das wollten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Burgenland wissen und starteten eine Umfrage im Internet.
Die Ergebnisse der Umfrage:
- 827 Konsumentinnen und Konsumenten haben an der Umfrage teilgenommen.
- 70,98% sagen: „Ja, Männer zahlen für die gleiche Leistung beim Frisör weniger als Frauen.“
- Interessantes Detail: Nur 44,01% der Teilnehmer geben an, dass sie für die gleiche Leistung immer den gleichen Preis bezahlen. Womöglich liegt das daran, dass häufig ungefragt Zusatzleistungen erbracht werden.
- 47,52% der Umfrage-Teilnehmer geben an, dass ihnen für Balsam, Spray oder Gel etwas verrechnet wird, obwohl sie diesen Leistungen nicht zugestimmt haben.
- 30,23% der Teilnehmer an der Umfrage meinen, dass sie in Ungarn zum Frisör gehen, weil ihnen die Preise in Österreich zu hoch sind.
„Die Ergebnisse dieser Internet-Umfrage zeigen, dass es bei der Preisgestaltung vieler Frisöre Änderungen geben muss – auch wenn man berücksichtigt muss, dass die Daten einer Internet-Umfrage nicht repräsentativ sein können“, meint Eva Schreiber von der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Burgenland. Grundsätzlich darf ein Unternehmer von Frauen und Männern für die gleiche Leistung nicht unterschiedliche Preise verlangen.
Derzeit beschäftigt sich die Gleichbehandlungskommission mit der Thematik. Stellt sie eine Diskriminierung der Frauen durch die unterschiedliche Preisgestaltung fest, müssten wohl viele Frisöre ihre Preise ändern. Unseriös ist es jedenfalls, Leistungen zu verrechnen, denen der Konsument nicht zugestimmt hat. Frisöre müssen zudem ihre Preise so auszeichnen, dass sie bereits vor Betreten des Geschäfts gesehen werden können. „Es wäre auch im Sinne der Unternehmen, in der Branche für Transparenz und faire Preise zu sorgen“, meint Eva Schreiber. „Sonst darf man sich nicht wundern, wenn verärgerte Konsumenten nach Alternativen suchen.“
Das kritisieren Konsumenten (Zitate aus Kundenbeschwerden):
- Anfang 2009 bezahlte ich für einen Kurzhaarschnitt € 17.70, Mitte 2009 € 18.60 und seit heuer € 21,00,-- (ausschließlich Schnitt, ohne irgendwelche Mittelchen, trocknen etc.). Mein Mann hat nicht nur viele sondern auch sehr feste Haare, wo ein Schnitt genauso lange dauert, wie bei mir, er bezahlt € 15.50.
- Es passiert immer wieder, dass ein Pflegeprodukt zur Anwendung kommt, ohne dass erst gefragt wird, ob man das möchte. Ja, auch die Preise sind fast jedesmal etwas anders, man weiss ja auch gar nicht, was der Frisör so rechnet, bevor man mit einem zu zahlenden Betrag konfrontiert wird.
- Haben Sie schon einmal einen DETAILLIERTEN KASSENZETTEL erhalten? Man kann also nicht einmal nachprüfen, welche Leistung im Detail verrechnet wurde. Die Preisanschläge in manchen Fenstern sind auch nicht wirklich hilfreich. Oftmals werden Pakete angeboten, die man nicht zur Gänze wünscht, oder es ist nicht klar, ob Shampoos, Gels, Pflege im angegebenen Preis enthalten sind.
- Ich ärgere mich seit Jahren über die überzogenen Preisgestaltungen bei Frisören, vor allem auch über die 'undurchsichtige' Endrechnungsgestaltung. Ganz egal, ob ich nur ein paar Spitzen schneiden lasse oder einen 'Radikalschnitt' habe, ich zahle immer einen 'Schnitt'- ich sage ja auch jedes Mal von vornherein, dass ich keinen Balsam brauche, weil ich nicht einsehe, warum ich für eine nussgroße Portion 7 Euro zahlen soll, wenn eine ganze Flasche die Hälfte kostet. Frauen aus der Generation meiner Mutter gingen bis in die 70er Jahre wöchentlich zum Frisör - ich kann davon nur träumen.
- Ich glaube, die Preisgestaltung ist äußerst schwierig. Ich weiß jedoch, dass in meinem Fall die 6 € Nettolohn/Stunde für die Angestellte um ein Mehrfaches (mind. 12 fache) überzahlt werden. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass auch noch Nebenkosten anfallen, jedoch können diese den Faktor nicht erklären. Ich habe vor allem auch etwas an der Preisauszeichnung zu kritisieren, da sie häufig nicht transparent ist. Ich habe schon Erlebnisse gehabt, bei denen der deklarierte Preis wesentlich überschritten wurde, aber umgekehrt ist es auch passiert, dass ich letztlich bei der Kasse um weniger Honorar gebeten wurde.
- Ich hielte es für vernünftig, wenn die Frisöre vorab erklären müssten, welches Honorar sie für das angeforderte Service verrechnen werden.
- Ich gehe derzeit in Ungarn zum Frisör. Mir wurde bei XXX in Eisenstadt - ich war dort ein Jahr Kunde - einfach nach der Farbe eine Packung zu 6,90 Euro aufs Haar gegeben - es war eine kleiner Menge, die auf die Haare gegeben wurde und nach einer halben Minute wieder herausgewaschen wurde. Während des Einarbeitens wurde gefragt, ob mir das auch recht sei. Entschuldig, aber was soll ich machen, wenn das Produkt ja eh schon auf meinen Haaren klebt. Ich habe meinen Unmut Kund getan, zahlen mußte ich es trotzdem. Seither bin ich kein Kunde mehr, obwohl dies nicht der einzige Grund war.
- Bei XXX zahle ich für Waschen und Schneiden, zu föhnen gibt es bei meinem kurzen Haaren nicht all zuviel, ungefähr 45 Euro, bei YYY 51 Euro, Männer zahlen für diese Leistung genau die H ä l f t e ! Für das Färben meiner Haare zirka 40 Euro mehr. Auch war es so, dass ich beim zweiten Mal nicht mehr mit der Leistung zufrieden war, ich bat die Haare nicht zu kurz zu schneiden, was aber nicht beachtet wurde. Die ganze Prozedur dauerte genau 30 Minuten, bezahlt habe ich 51 Euro!!! Meine Freundin meinte, ob sie mir heute eine Männerfrisur gemacht haben, wirklich sehr witzig!
- Ich zahle in Ungarn für Waschen, Schneiden, Färben und Föhnen 28 bis 30 Euro, in Österreich bezahle ich ungefähr 90 Euro. Ich würde sehr gerne wieder in Österreich zum Frisör gehen, da österreichische Frisöre teilweise schöner schneiden als in Ungarn. Auch bin ich bereit ein Drittel mehr Geld zu bezahlen, aber nicht das Dreifache!
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