Riskante Geldgeschäfte

Viele Konsumenten haben sich in den letzten Jahren verlocken lassen, ihr Geld in riskante Anlageformen zu stecken oder ihren Hausbau mit Fremdwährungskrediten zu finanzieren. Manche haben das Risiko angesichts der Chance auf hohe Erträge bewusst in Kauf genommen. Andere wurden von Finanzberatern davon überzeugt, dass es sich zumindest längerfristig um ertragreiche Geschäfte handeln würde.

Dass diese Aussicht trügerisch war, müssen viele Anleger, aber auch Kreditnehmer jetzt zur Kenntnis nehmen. Wer etwa seinen Fremdwährungskredit mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung kombiniert hat, ist jetzt in der Situation, dass er an Stelle kräftiger Zuwächse Verluste verzeichnet. Problematisch ist das vor allem für jene, deren Kredit in den nächsten Jahren zurückgezahlt werden soll.

Was kann man in dieser Situation tun?

Grundsätzlich ist es wichtig, keine überhasteten Entscheidungen zu treffen und sich weder von Banken, noch von angeblichen Finanzexperten zum Abschluss neuer Anlageprodukte drängen zu lassen. Wir fordern aber auch die Banken auf, ihre Kunden nicht zum Umstieg in Euro-Kredite zu drängen. Denn aufgrund der aktuellen Wechselkursentwicklung muss man in diesem Fall einen deutlich höheren Kredit zurückzahlen als man ursprünglich in Anspruch genommen hat. Nachdem man bei einem Umstieg auch höhere Zinsen zahlen muss, können Konsumenten in eine schwierige finanzielle Situation kommen.

Wie weiß man, ob der Tilgungsträger, etwa eine Lebensversicherung, zur Abdeckung des Kredites ausreichen wird oder die Gefahr besteht, dass sich eine Finanzierungs­lücke auftut?

Die betroffenen Kreditnehmer sollten die entsprechenden Informationen von der Bank bzw. von der Versicherung, die den Tilgungsträger angeboten hat, einfordern. Dabei gilt es nüchtern zu beurteilen, wie die aktuelle Situation ist und welche Möglichkeiten es gibt, Finanzierungslücken zu schließen.

Viele haben auch Aktien gekauft, die in den letzten Wochen massiv an Wert verloren haben – etwa Immofinanz-Aktien. Was können diese Anleger jetzt tun?

Hier muss man wieder unterscheiden zwischen jenen, die sich der Risiken bewusst waren, die mit der Veranlagung in Aktien verbunden sind, und unerfahrenen Konsumenten, denen von Finanzberatern fälschlicherweise eingeredet wurde, dass es sich um sichere Geschäfte handelt, bei denen man hohe Gewinne erzielen wird.
Für jene, die falsch beraten wurden, gibt es die Möglichkeit, an einer Aktion teilzunehmen, die der Verein für Konsumenteninformation im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums gestartet hat. Der VKI berät Anleger, die Immofinanz-Aktien gezeichnet haben und überprüft eventuelle Schadenersatzansprüche.

Wie kann man sich vor Verlusten bei Finanzgeschäften schützen?

Es gilt immer noch der alte Grundsatz: Je höher der mögliche Ertrag, umso höher ist auch das Risiko. Wer auf Sicherheit Wert legt, sollte daher keinesfalls mit Aktien spekulieren und von angeblich tollen Angeboten die Finger lassen.

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