Wenn Kinder Handys haben, lauern viele Kosten-Fallen

Viele Kinder haben bereits im Volksschulalter ein Handy. Auch Eltern haben es schätzen gelernt, dass sie für die Kleinen jederzeit erreichbar sind. Für die Größeren ist ein Leben ohne Handy und SMS mittlerweile fast undenkbar. Doch Vorsicht: Wer sich nicht genau damit beschäftigt, was das Handy kann und welchen Tarif er nutzt, der kann in teuflische Kostenfallen geraten.

Wertkartenhandy oder Vertragshandy

Wer die Kosten des Telefonierens der Kinder beschränken will, entscheidet sich oft für ein Wertkartenhandy. Sind die 10 oder 20 Euro Guthaben verbraucht, ist im wahrsten Sinne des Wortes „Sendepause“. Dennoch entscheiden sich viele Eltern, auch für ihre Kinder einen Vertrag abzuschließen. Die Tarife sind attraktiver, die Dienste, die genützt werden können, vielfältiger, und die Kleinen können ihre Eltern auch dann erreichen, wenn die vereinbarten Telefonkosten einmal überraschend überschritten worden sind.

Die häufigsten Kostenfallen für Kinder, die Handys nutzen:

Oft wird ein Tarif gewählt, der auf den ersten Blick zwar günstig erscheint, aber aufgrund von Überschreitungen der im Paket inkludierten Leistungen wie Freiminuten, Frei-SMS oder Datenvolumen zu horrenden Rechnungen führt.

Ein Internet-Zugang auf dem Handy? Eine coole Sache – bis auf Grund zu intensiver Nutzung Hunderte Euro an Gebühren anfallen.

Der ganz persönliche Klingelton? Er kommt ganz einfach per SMS aufs Handy. 2 Euro pro Klingelton, das klingt erträglich. Doch oft wird durch die Bestellung eines Klingeltons per Mehrwertdienst gleich ein Abo aktiviert und dann läppern sich für den täglichen Klingelton beträchtliche Summen zusammen.

Wer sich vor dem Kauf des Handys und der Wahl des Tarifes gut informiert, kann die häufigsten Kostenfallen vermeiden und sich so vor hohen Rechnungen schützen.

Lassen Sie sich von attraktiven Werbesprüchen nicht täuschen! Auch wenn der Eindruck erweckt wird, man könne mit einem Tarif praktisch unbegrenzt telefonieren, smsen oder im Internet surfen, müssen Sie unbedingt das Kleingedruckte lesen. Denn wird die tatsächlich vereinbarte Zahl der inkludierten Gesprächsminuten oder das Datenvolumen überschritten, fallen plötzlich horrende Gebühren an. Bedenken Sie, dass das Verschicken von 1000 SMS für Erwachsene unvorstellbar klingt, für junge Handynutzer ist das jedoch kein Problem! Wählen Sie im Zweifelsfall lieber ein größeres und etwas teureres Paket. So vermeiden Sie unverhältnismäßige Zusatzkosten, wenn die Dienste intensiver genutzt werden. Oder sie vereinbaren mit dem Handybetreiber ein Kostenlimit. Wird das erreicht, erfolgt eine automatische Kostensperre.

Klären Sie vor dem Kauf eines Handys genau, was es kann und welche Dienste aktiviert sind! Ist im Vertrag kein Datenpaket inkludiert, kostet es Unsummen, sich ins Internet einzuwählen, um auf Youtube ein Video herunterzuladen oder auf Facebook die Fotos der Freunde anzusehen. Achten Sie darauf, dass alle Mehrwertdienste (SMS und Sprachtelefonie) gesperrt sind, wenn Sie sich vor überraschenden Kosten schützen wollen. Am besten lässt man alle unerwünschten Dienste schon beim Kauf des Handys deaktivieren.

Kontrollieren Sie die Rechnungen rechtzeitig! Wenn Sie die Einspruchsfrist versäumen, gilt die Rechnung als anerkannt und Sie müssen auch für Leistungen zahlen, die zu Unrecht verrechnet wurden! Sind Sie mit der Entscheidung des Telefonanbieters nicht zufrieden, können Sie sich an die Schlichtungsstelle wenden, die bei der Regulierungsbehörde RTR eingerichtet wurde (siehe www.rtr.at).

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